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Geschichlich gesehen bleibt über Ardez einiges im Dunkeln. Als Folge der radikalen Zerstörung durch den österreichischen Feldherrn Baldiron während der Bündner Wirren fehlen ortshistorische Dokumente vor dieser Zeit weitgehend. |
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15 n.Chr. |
Die Geschichte des Unterengadins beginnt mit dem Jahr 15, als Kaiser Augustus Rätien niederwarf und die Provinz Rätien gründete. Als Teil der Provinz Rätien war das Unterengadin dem römischen Statthalter in Chur unterstellt. |
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um 900 |
Ardez wird erstmals um das Jahr 900 urkundlich im karolingischen Urbar, einem Verzeichnis des königlichen Reichgutes in Rätien zur Zeit Ludwigs des Frommen, als Ardezis erwähnt. |
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930 |
Nachdem das Unterengadin zusammen mit dem Vintschgau und dem Münstertal eine Grafschaft im Besitze der Grafen von Tirol bildete, gelangte es im Jahre 930 zum Bistum Chur.
Zu dieser Zeit entstanden im Unterengadin die Türme und Burgen, so auch die Ardezer Burg Steinsberg. |
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15. Jh |
Im
Unterengadin begannen Freiheitsbestrebungen Fuss zu fassen. Zum Schutze der
Rechte und Freiheiten erfolgte die Gründung des Gotteshausbundes 1367 in Zernez. |
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1499 |
Das Jahr 1499 war ein schwarzes Jahr für das ganze Unterengadin. als Verbündete der übrigen Schweiz wurden die drei Bünde in den Schwabenkrieg verwickelt.
Am 25. März brach eine Armee von 8000 Mann ins Unterengadin ein. Der Widerstand der Engadiner bei Martina brach bald zusammen. Die Österreicher drangen bis Punt Ota vor, und auf ihrem
Rückmarsch legten sie sämtliche Dörfer in Schutt und Asche. |
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Die Reformation |
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1520 |
Ardez bildete eine ausgedehnte Pfarrei mit Tauf- und Begräbnisrecht auch für Guarda, Lavin, Susch und Galtür (Österreich). |
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1537/38 |
Nach der Disputation zu Susch kehrte der erste evangelische Pfarrer mit Namen Schdratsch nach Ardez zurück und befürwortete die Abschaffung der Messe und die Reinigung
der Kirche von Bildern und Tafeln. Das Begehren entfesselte heftige Auseinandersetzungen und tumultartige Gemeindeversammlungen. Schliesslich schaltete sich die Obrigkeit ein und führte eine
Stimmenzählung durch. Die Folge war, dass ganz Ardez, mit Ausnahme des Dörfchens Galtür, die neue Lehre annahm. |
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Die Zeit der Bündnerwirren bescherte Hunger, Pest und Leid |
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1603 - 1639 |
Begann vor allem für das Unterengadin die leidvollste Zeit seiner gesamten Geschichte. Im Oktober 1621 brach Baldiron, der ruchlose österreichische Feldherr, ins Unterengadin ein.
Mordend und Kulturen verwüstend zogen die Schergen das Engadin hinauf. Die protestantischen Pfarrer wurden des Landes verwiesen und die Pfarreien mit Kapuzinern besetzt, die mit grosser Strenge
die Gegenreformation einleiteten. Im Jahr darauf gelang es den Bündnern die Österreicher wieder aus dem Engadin zu vertreiben. |
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1641 |
Endlich kam es zum Frieden zwischen Graubünden und Österreich. |
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1646 |
Den Gemeinden Ramosch, Samnaun, Scoul und Ardez bot sich die Gelegenheit, die niedere Gerichtsbarkeitdes Bischofs von Chur für 6500 fl. (11'050.- Fr.) abzulösen. Gleichzeitig erfolgte der Loskauf von Marienberg und Müstair. |
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1799 -
1803 |
Zum letzten Mal wurde das Tal nach der Französischen Revolution von fremden Truppen besetzt. |
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Die neue Zeit |
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1860 -
1870 |
Eine neue Zeit war unterdessen angebrochen, welche die Lebensweise gründlich veränderte. Im Unterengadin, zwischen Zernez und Martina wurde eine 4 - 6m breite Poststrasse gebaut. Die schmale, alte Verbindungsstrasse, welche oben am Berg entlang führte, hatte nun ausgedient. Die Zeit des Fremdenverkehrs und der Einwanderung begann. |
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1.Juli
1913 |
Die RhB fährt bis Scuol. Die Wogen eines zuversichtlichen Glaubens an Fortschritt und Wohlfahrt schlugen höher denn je. |
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Heutige Zeit |
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1975 |
Ardez wird neben 3 anderen schweizerischen Gemeinden (Corippo/TI, Marigny/VS und Murten/FR) im Rahmen des europäischen Jahres zum Denkmalschutz als besonders schützenswert ausgewählt.
Es wird darauf viel in die Renovation von Häusern, Plätzen und Gassen
gesteckt. |
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1978 |
Die Umfahrungsstrasse von Ardez wird eröffnet, die vielen Stau's und nicht mehr Vor- und Zurückkönnen haben ein Ende |
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1999 |
Nachdem niemand mehr an richtige Winter geglaubt hat und die Gefahren gar nicht mehr ernst genommen worden sind hat er doch nochmals richtig zugeschlagen, der Winter.
Auch Ardez war längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Lawinen in den Seitentälern haben gewaltige Schäden an Wald und Land gebracht.
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Als
Informationsquelle diente vorwiegend die «Gemeindechronik Ardez» von Jon
Claglüna |